Kostenlose Maklersoftware: Freeware, Gratis-Versionen und Open Source im Vergleich

Ja, es gibt kostenlose Maklersoftware – und tatsächlich mehr Auswahl, als man zunächst vermuten würde. Ihr könnt damit Objekte verwalten, Exposés erstellen und teilweise sogar Immobilienportale anbinden, ohne monatlich dafür zu bezahlen. Mehrere Programme kommen dafür infrage, bei einem handelt es sich sogar um echte Open Source.

Allerdings ist „kostenlos“ nicht gleich „kostenlos“. Bei manchen Angeboten liegt die Grenze bei der Zahl der Objekte, bei anderen bei der Anbindung an ImmoScout24 und Immowelt, bei der Teamarbeit oder beim Support. Genau diese Unterschiede sind im Alltag entscheidend. In diesem Vergleich zeigen wir euch deshalb, welche Programme tatsächlich kostenlos nutzbar sind, wo die jeweiligen Grenzen liegen und ab wann sich der Wechsel zu einer kostenpflichtigen Lösung lohnen kann.

Kostenlose Maklersoftware im Überblick

Die folgenden Programme bieten einen echten Gratis-Zugang, den ihr ohne laufende Zahlung nutzen könnt. Wie viel ihr dafür bekommt, unterscheidet sich allerdings deutlich. Bei manchen ist die kostenlose Version auf wenige Objekte beschränkt, bei anderen fehlen bestimmte Funktionen oder der Gratis-Zugang gilt nur für einen bestimmten Zeitraum.

Auf dem Smartphone dreht ihr das Gerät am besten ins Querformat, dann liegt die Tabelle richtig.

Kostenlose MaklersoftwareWas die Gratis-Version kannWo Gratis aufhört
OpenMaklerDauerhaft kostenloser Free-Plan mit einem Nutzer, drei Objekten, Exposés in acht Vorlagen und Server in Deutschland.Portal-Anbindung, Lead-Verwaltung und KI-Texte sind dem Bezahltarif ab 29 €/Monat vorbehalten.
OpenEstate-ImmoToolEchte Open Source, komplett kostenlos. Java-Programm für Windows, Mac und Linux mit Objekt-, Adress- und Kalenderverwaltung sowie OpenImmo-Export.Läuft lokal auf eurem Rechner. Installation, Sicherungen und Datenschutz übernehmt ihr selbst, Hilfe kommt aus der Community.
Powermakler CEDie Community-Edition ist kostenlos, unabhängig von der Zahl der Arbeitsplätze. Windows-Programm zum Installieren.Zusätzliche Funktionen lassen sich als kostenpflichtige Add-ons dazubuchen.
ImmoZ.GratisKostenlos für bis zu zehn aktive Objekte, ohne Mindestlaufzeit. Support läuft über Ticket und E-Mail.Ab dem elften Objekt wird der Bezahltarif fällig (ab 129 €/Monat). Datenimport und Datenexport kosten jeweils extra.
FLOWFACT MiniFür 24 Monate kostenfrei, danach ab 29 €/Monat. Grundfunktionen einer Maklersoftware für Einzelmakler.Nach 24 Monaten kostenpflichtig und auf einen einzelnen Makler ausgelegt. Für Teams sind die Tarife Residential und Commercial gedacht.

Die genannten Beträge sind die Einstiegspreise der jeweiligen Bezahltarife, Stand September 2026. Preise ändern sich, ein kurzer Blick auf die Anbieterseite lohnt sich also vor der Anmeldung.

Ein Name fehlt in dieser Tabelle bewusst: Immobilien@WebCore wirbt zwar mit einer Basisversion für null Euro. Objekte lassen sich damit aber erst verwalten, wenn ihr ein kostenpflichtiges Objektpaket bucht. Dieses startet bei 16,95 €/Monat für 25 Objekte. Für die eigentliche Immobilienvermarktung ist das Programm damit nicht kostenlos.

Immobilienmakler und Kundin geben sich vor einem Haus die Hand
Bis zum Abschluss reicht oft eine Gratis-Version. Ab einer gewissen Objektzahl lohnt der Umstieg auf einen Bezahltarif.

„Kostenlos“ ist nicht bei jedem Programm dasselbe

Wer nach kostenloser Maklersoftware sucht, stößt schnell auf Begriffe wie „gratis“, „Freeware“ oder „Open Source“. Klingt zunächst ähnlich, meint aber nicht dasselbe. Im Grunde gibt es drei verschiedene Wege, wie ihr eine Maklersoftware kostenlos nutzen könnt. Und welcher davon für euch passt, macht einen ziemlich großen Unterschied.

Die Gratis-Version eines Anbieters

OpenMakler, ImmoZ und FLOWFACT Mini bieten eine kostenlose Stufe ihrer Cloud-Software. Ihr erstellt ein Konto, öffnet die Anwendung im Browser und könnt direkt loslegen. Bezahlen müsst ihr erst, wenn ihr die jeweiligen Grenzen überschreitet. Powermakler verfolgt ein ähnliches Prinzip, allerdings als installierbares Programm und mit seiner kostenlosen Community-Edition.

Das ist vor allem bequem: Der Anbieter kümmert sich um den Betrieb, Updates und die technische Infrastruktur. Dafür gibt es klare Grenzen. Bei OpenMakler sind im Free-Plan drei Objekte möglich und die Portal-Anbindung fehlt. ImmoZ erlaubt zehn Objekte, FLOWFACT Mini richtet sich an einen einzelnen Makler und bei Powermakler können zusätzliche Funktionen kostenpflichtig werden. Für den Einstieg kann das völlig ausreichen. Wenn regelmäßig neue Objekte dazukommen, landet ihr allerdings irgendwann beim Bezahltarif.

Open Source zum Selbst-Betreiben

OpenEstate-ImmoTool funktioniert etwas anders. Ihr ladet das Programm herunter und betreibt es selbst. Eine monatliche Lizenzgebühr gibt es nicht.

Das bedeutet gleichzeitig: Ihr müsst euch auch selbst um die Einrichtung, Sicherungen und den Datenschutz kümmern. Dafür bekommt ihr eine Lösung, die ohne Objekt- oder Funktionsgrenze dauerhaft kostenlos genutzt werden kann. Diesen Ansatz schauen wir uns weiter unten noch genauer an.

Die kostenlose Testversion einer Bezahlsoftware

Dann gibt es noch die dritte Variante: eine eigentlich kostenpflichtige Maklersoftware, die ihr für einen begrenzten Zeitraum kostenlos testen könnt. Bei vielen Anbietern sind das zwei bis vier Wochen.

Das ist natürlich keine dauerhaft kostenlose Software. Für die Auswahl kann eine solche Testphase aber sogar sinnvoller sein als ein Gratis-Tarif. Ihr könnt euch ein vollständiges Programm in Ruhe ansehen und prüfen, ob es zu eurem Arbeitsablauf passt. Wenn ihr ohnehin absehen könnt, dass ihr bald mehr als ein paar Objekte verwaltet, lohnt es sich deshalb, die Testphase zu nutzen, statt sich lange mit einer eingeschränkten Gratis-Version zu beschäftigen.

Open-Source-Maklersoftware zum Selbst-Betreiben

Wenn ihr nach „Makler Software Open Source“ sucht, landet ihr fast zwangsläufig bei OpenEstate-ImmoTool. Das Programm ist quelloffen und komplett kostenlos. Lizenzgebühren fallen nicht an.

Technisch handelt es sich um eine Java-Anwendung für Windows, Mac und Linux. Ihr installiert sie lokal auf eurem Rechner. Eine eigene Datenbank ist ebenfalls vorhanden, die sich sichern und bei Bedarf wieder zurückspielen lässt. Für den klassischen Makleralltag bringt OpenEstate unter anderem eine Objektverwaltung, ein Adressbuch und einen Kalender mit. Über das Austauschformat OpenImmo könnt ihr Objektdaten für die Weitergabe an Portale vorbereiten. Ob ein Portal wie ImmoScout24 die Daten anschließend direkt übernimmt, hängt von dessen Schnittstelle ab. Diese muss teilweise separat freigeschaltet werden.

Der entscheidende Unterschied zu einer Cloud-Software liegt damit weniger in den Funktionen als im Betrieb. Bei einem Open-Source-Programm gibt es keinen Anbieter, der sich im Hintergrund um alles kümmert. Ihr richtet die Software selbst ein, müsst regelmäßige Backups organisieren und seid auch selbst dafür verantwortlich, dass Interessenten- und Eigentümerdaten datenschutzkonform verarbeitet werden. Bei Fragen hilft die Community rund um das Projekt.

Für technisch versierte Einzelmakler, die ihre Daten selbst kontrollieren möchten und keine laufenden Lizenzkosten wollen, ist das durchaus interessant. Wer dagegen lieber jemanden erreichen möchte, wenn etwas nicht funktioniert, dürfte mit einer betreuten Lösung besser fahren.

Neben OpenEstate gibt es auch einzelne Open-Source-Bausteine, beispielsweise Immobilien-Erweiterungen für WordPress oder Contao. Eine eigenständige, vollwertige Maklersoftware, die im deutschsprachigen Raum dauerhaft kostenlos bleibt, ist allerdings vor allem OpenEstate-ImmoTool.

Wo kostenlose Programme an ihre Grenzen stoßen

Für einen Makler, der nebenbei arbeitet und ein oder zwei Objekte betreut, kann eine Gratis-Version durchaus ausreichen. Sobald mehr Geschäft dazukommt, zeigen sich bei kostenlosen Lösungen aber häufig dieselben Schwachstellen. Das ist nicht grundsätzlich schlecht – wichtig ist nur, dass ihr diese Grenzen kennt, bevor sie euch im laufenden Verkauf ausbremsen.

  • Zahl der Objekte. Drei Objekte bei OpenMakler, zehn bei ImmoZ: Für den Einstieg reicht das. Wer dauerhaft mehrere Immobilien gleichzeitig vermarktet, stößt damit allerdings schnell an die Grenze.
  • Anbindung an die Portale. Für viele Makler gehören ImmoScout24 und Immowelt zu den wichtigsten Vermarktungskanälen. Genau hier wird es bei Gratis-Versionen häufig eng. Bei OpenMakler fehlt die Portal-Anbindung im Free-Plan beispielsweise komplett.
  • Arbeiten im Team. Viele kostenlose Tarife sind auf einen Nutzer zugeschnitten. Sobald eine zweite Person mitarbeiten soll, wird häufig ein Bezahltarif nötig. Powermakler CE bildet hier eine Ausnahme und bleibt unabhängig von der Zahl der Arbeitsplätze kostenlos.
  • Leads und Matching. Interessentenanfragen automatisch einzulesen und passende Suchprofile mit einem neuen Objekt abzugleichen, kann im Alltag viel Zeit sparen. Solche Funktionen gehören allerdings eher zum kostenpflichtigen Leistungsumfang.
  • Hilfe im Ernstfall. Bei Open-Source-Software kommt Unterstützung in erster Linie aus der Community. Bei kostenlosen Tarifen gibt es häufig ein Ticket-System. Das ist etwas anderes, als einen Ansprechpartner zu haben, den ihr anrufen könnt, wenn am Freitagnachmittag plötzlich ein wichtiges Exposé nicht funktioniert.
  • Datenschutz und Umzug. Auch ein kostenloses Konto verarbeitet echte Personen- und Kontaktdaten. Deshalb braucht ihr einen Auftragsverarbeitungs-Vertrag. Und auch der spätere Wechsel zu einer anderen Software sollte bedacht werden: Bei ImmoZ werden Datenimport und Datenexport beispielsweise separat berechnet.

Fragen, die ihr an einen Gratis-Tarif stellen solltet:

  • Wie viele Objekte darf ich gleichzeitig aktiv verwalten?
  • Sind ImmoScout24 und Immowelt in der kostenlosen Stufe angebunden?
  • Kann eine zweite Person kostenlos mitarbeiten?
  • Wer hilft mir, wenn etwas nicht funktioniert, und wie schnell?
  • Komme ich später ohne Zusatzkosten wieder an meine Daten heran?

Wann sich eine bezahlte Maklersoftware lohnt

Eine Maklerin hat uns vor einiger Zeit ihren Weg beschrieben: Sie begann mit einem Gratis-Modell, kam damit zunächst gut zurecht und stieß später an dessen Grenzen. Beim Wechsel nahm sie sich bewusst die Zeit, verschiedene Programme zu vergleichen. Am Ende entschied sie sich sogar für eine Software, die gar keine kostenlose Version anbietet, weil sie besser zu ihrem Arbeitsalltag passte.

Genau darum geht es letztlich. Eine Gratis-Version kann ein sinnvoller Einstieg sein, aber sie muss nicht automatisch die richtige Lösung auf Dauer sein. Entscheidend ist, wie ihr arbeitet und was eure Software im Alltag leisten muss.

Wenn ihr nebenberuflich oder ganz am Anfang steht und nur wenige Objekte betreut, allein arbeitet und nicht ständig neue Immobilien auf die Portale bringen müsst, kann ein Gratis-Tarif vollkommen genügen. Gleiches gilt für eine Open-Source-Lösung, wenn ihr den technischen Aufwand selbst übernehmen möchtet. Warum für Funktionen bezahlen, die ihr ohnehin nicht nutzt?

Wenn ihr regelmäßig Immobilien vermarktet, mehrere Objekte gleichzeitig betreut, auf ImmoScout24 und Immowelt präsent sein wollt, im Team arbeitet oder Interessenten schnell bearbeiten müsst, sieht die Sache anders aus. Dann werden genau die Funktionen interessant, an denen kostenlose Angebote häufig ihre Grenze haben: Portal-Anbindungen, Anfragen-Management und professioneller Support.

Schaut dabei nicht nur auf den monatlichen Preis. Prüft auch, ob nach Nutzern oder Objektpaketen abgerechnet wird, ob Einrichtungsgebühren anfallen und was ein späterer Datenumzug kostet. Und wenn eine kostenlose Testphase angeboten wird, nutzt sie. So bekommt ihr ein besseres Gefühl dafür, ob die Software im echten Arbeitsalltag funktioniert, statt euch allein auf die Angaben des Anbieters zu verlassen.

Häufige Fragen zur kostenlosen Maklersoftware

Gibt es eine komplett kostenlose Maklersoftware?

Ja. OpenEstate-ImmoTool ist quelloffen und dauerhaft kostenlos, wenn ihr die Software selbst betreibt. OpenMakler, ImmoZ und FLOWFACT Mini bieten ebenfalls kostenlose Einstiegstarife, allerdings mit unterschiedlichen Grenzen – etwa bei der Zahl der Objekte, der Portal-Anbindung oder, wie bei FLOWFACT Mini, bei der Zahl der Nutzer.

Kann ich mit einer Gratis-Software auf ImmoScout24 und Immowelt inserieren?

Nicht grundsätzlich. Die Portal-Anbindung gehört bei vielen Anbietern zu den Funktionen, die erst im Bezahltarif freigeschaltet werden. Bei OpenMakler fehlt sie im Free-Plan beispielsweise komplett. Schaut deshalb vor der Anmeldung genau nach, welche Portale in der kostenlosen Stufe tatsächlich unterstützt werden. Die Gebühren der Portale selbst kommen unabhängig davon hinzu.

Gibt es eine kostenlose Software zur Immobilienbewertung?

Für eine belastbare, datengestützte Immobilienbewertung eher nicht. Automatisierte Bewertungsmodelle greifen auf umfangreiche Marktdaten zurück und sind in der Regel kostenpflichtig. Kostenlose Maklersoftware kann zwar einfache Rechenhilfen bieten, ersetzt damit aber keine professionelle Marktwertermittlung.

Ist eine kostenlose Maklersoftware DSGVO-konform?

Das lässt sich nicht allein am Preis der Software festmachen. Entscheidend sind der jeweilige Anbieter und die Art, wie ihr die Software einsetzt. Auch ein kostenloses Cloud-Konto verarbeitet echte Personendaten, weshalb ihr unter anderem einen Auftragsverarbeitungs-Vertrag mit dem Anbieter benötigt. Bei einer quelloffenen Software, die auf eurem eigenen Rechner läuft, liegt die Verantwortung für den datenschutzkonformen Betrieb dagegen bei euch.

Fazit

Kostenlose Maklersoftware gibt es tatsächlich – und für den Einstieg kann sie vollkommen ausreichen. Wer nur wenige Objekte betreut und allein arbeitet, kommt mit einem Gratis-Tarif oder mit dem quelloffenen OpenEstate-ImmoTool schon ziemlich weit. Problematisch wird es meist erst, wenn das Geschäft wächst und die Software bei Portal-Anbindungen, Team-Zugängen oder Support nicht mehr mithalten kann.

Dann muss es nicht darum gehen, möglichst lange kostenlos zu bleiben. Entscheidend ist vielmehr, ob die Software euch im Alltag wirklich Arbeit abnimmt. Wenn die Gratis-Version dabei zum Flaschenhals wird, kann der Wechsel zu einer kostenpflichtigen Lösung sinnvoll sein. Genau an diesem Punkt lohnt sich ein genauer Vergleich.

Wollt ihr sehen, welche kostenpflichtigen Programme sich lohnen, findet ihr auf unserer Startseite alle Maklersoftwares im Vergleich, dort mit den Funktionen und Preisen der einzelnen Anbieter. Und wenn ihr nicht sicher seid, welche zu eurem Büro passt, schlägt euch der Schnell-Check anhand einiger Fragen eine passende Lösung vor.